Riesen und Versunkene Zivilisationen: Ihre Geheimnisse
Die Mythen um Wakinyan, die „Donnergeister“, gehören zu den faszinierendsten Erzählungen der Sioux (Lakota)-Mythologie. Diese majestätischen Vögel verfügen über außergewöhnliche Kräfte und kontrollieren Stürme, Blitze und andere Wetterphänomene. Blitze umgaben ihre Flügel – ein Symbol ihrer Macht über die Naturgewalten. Ursprünglich sollten die Wakinyan das natürliche Gleichgewicht wahren, doch ihre übermäßige Macht führte zu Chaos und Zerstörung. Die Sioux glauben, dass daraufhin eine große Flut geschickt wurde, um die zu mächtigen Wakinyan zu vernichten und die Welt von den durch sie verursachten Unregelmäßigkeiten zu reinigen.
Das Motiv von Riesen und einer katastrophalen Sintflut findet sich in zahlreichen Kulturen weltweit, so auch bei den Sioux. Die Sintflut symbolisierte hier einen göttlichen Eingriff zur Wiederherstellung von Ordnung und Gerechtigkeit nach einer chaotischen Phase des Machtmissbrauchs. In Genesis werden die Nephilim als Nachkommen von „Söhnen Gottes“ und „Töchtern der Menschen“ beschrieben, die Riesen gebargen. „Nephilim“ wird oft mit „Gefallene“ oder „die Gefallenen“ übersetzt. Die Geschichten um die Riesen, insbesondere die Nephilim, sind ein faszinierender Aspekt der Bibel, der sowohl vor als auch nach der Sintflut eine Rolle spielt.
Die Beschreibung der Nephilim in Genesis 6,1-4 vor der Sintflut gehört zu den faszinierendsten und umstrittensten Bibelstellen. Hier die wichtigsten Punkte: Herkunft: Der Vers erwähnt „Söhne Gottes“, die „Töchter der Menschen“ heirateten. Die Interpretation der „Söhne Gottes“ ist umstritten; oft werden Engel (oder gefallene Engel) genannt, die auf die Erde kamen. Aus dieser Verbindung entstanden die Nephilim, Riesen von außergewöhnlicher Stärke und Macht. Charakterisierung: Die Nephilim werden als „mächtige Männer“ des Altertums beschrieben, bekannt und vielleicht sogar bewundert. Ihre Macht und Gewalt trugen möglicherweise zum Wachstum von Bösem und Gewalt bei, was zum umfassenden moralischen Verfall vor der Sintflut passt. Einfluss auf die Menschheit: Genesis 6,5: „Und Gott sah, dass die Bosheit der Menschen groß war auf Erden, und dass alle Pläne ihres Herzens böse waren“. Die Nephilim könnten zu Gottes Entscheidung für die Sintflut beigetragen haben, da ihre Existenz Verderben, Chaos und Gewalt verursachte, die unerträglich wurden.
Auch nach der Sintflut tauchen Riesen in verschiedenen Religionen und Mythologien auf – ein Hinweis auf weitverbreitete kulturelle Wurzeln: In der babylonischen Mythologie, etwa im Gilgamesch-Epos, überlebt Utnapischtim die Sintflut. Riesen wie Gilgamesch werden als Halbgottheiten mit übermenschlicher Kraft beschrieben. Die nordische Mythologie kennt Riesen, die Kataklysmen überstanden. Nach der Sintflut werden sie zu Feinden der Götter, was ihren Gegensatz zur Göttlichkeit verdeutlicht. Auch in den Traditionen indigener Völker Amerikas finden sich Legenden von Riesen, die vor großen Sintfluten lebten und von diesen vernichtet wurden. Diese vielfältigen Erzählungen belegen die weite Verbreitung des Motivs der Riesen nach der Sintflut und deuten auf eine gemeinsame Quelle oder archetypische Bedeutung hin.
Auch nach der Sintflut werden in der Bibel Riesen erwähnt – ein theologisch und historisch interessantes Thema. Hier einige wichtige Aspekte zur Anwesenheit von Riesen in Kanaan: Anakim: In Numeri 13,32-33 berichten die israelitischen Kundschafter von „Söhnen Anaks“, die als Riesen beschrieben werden. Die Anakim stammen von Anak ab, der selbst ein Riese gewesen sein könnte. Ihre Anwesenheit in Kanaan versetzte die Israeliten, die sich im Vergleich wie „Heuschrecken“ fühlten, in Angst und Schrecken. Überleben nach der Sintflut: Die Existenz der Anakim nach der Sintflut wirft die Frage auf, wie sie dieses Ereignis überlebt haben könnten, das doch die Vernichtung der verdorbenen Menschheit zum Ziel hatte. Mögliche theologische Erklärungen: Genetisches Erbe: Die Gene der Riesen könnten durch Noah oder seine Familie weitergegeben worden sein, obwohl die Bibel dies nicht explizit erwähnt. Neue Generation von Riesen: Man könnte von einer neuen Generation von Riesen nach der Sintflut sprechen, entstanden durch weitere Begegnungen von „Söhnen Gottes“ mit Menschen – eine Interpretation, die über den wörtlichen Bibeltext hinausgeht.
Das Wiederauftauchen der Nephilim nach der Sintflut deutet darauf hin, dass einige überlebten oder dass ihre Nachkommen bzw. ähnliche Wesen existierten. In Numeri 13,33 bezeichnen die von Moses nach Kanaan entsandten Kundschafter die Anakim, Nachkommen Anaks, als Nachfahren der Nephilim – ein Hinweis auf die Fortsetzung dieser Linie. Og, der König von Baschan (Deuteronomium 3,11), wird als letzter Riese der Refaim beschrieben. Sein 4,5 Meter langes und 2 Meter breites eisernes Bett zeugt von seiner übermenschlichen Größe. Og gilt als Symbol immenser Stärke und wurde von den Israeliten auf ihrem Weg ins Gelobte Land besiegt. Goliath aus Gath (1 Samuel 17), ein philistäischer Krieger von etwa 2,9 Metern Größe, gehört zu den bekanntesten Riesen der Bibel. Seine Begegnung mit David ist eine berühmte Geschichte, die zeigt, wie Glaube und List die körperliche Überlegenheit besiegen können. Neben den Anakim werden in der Bibel weitere Riesen oder deren Nachkommen erwähnt (z.B. Refaim, Emim, Zamzummim), die verschiedene Regionen des Gelobten Landes bewohnten.
In späteren alttestamentarischen Büchern werden weitere Riesen erwähnt, darunter die Refaim und Zamzummim. Og, der König von Baschan (5. Mose 3,11), wird beispielsweise als letzter der Refaim beschrieben; sein riesiges Bett deutet auf seine gewaltige Gestalt hin. Theologische Interpretationen: Das Überleben der Riesen nach der Sintflut ist rätselhaft. Einige Wissenschaftler vermuten, dass die Gene der Nephilim in einigen menschlichen Linien weitergegeben wurden, was spätere Erwähnungen von Riesen erklärt. Andere sehen in den Riesen eher ein Symbol für mächtige und brutale Feinde Israels, nicht unbedingt physisch riesige Wesen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Obwohl die Sintflut die Verderbtheit der Menschheit auslöschen sollte, belegen die Erzählungen von Riesen nach der Sintflut deren Überleben und ihr Auftreten in der weiteren biblischen Geschichte, insbesondere bei der Eroberung Kanaans.
Die sogenannte Schwarze-Meer-Sintflut, eine katastrophale Flut in prähistorischer Zeit, wird mit einem Ereignis um das 6. Jahrtausend v. Chr. in Verbindung gebracht. Forschungen deuten darauf hin, dass damals das Mittelmeer über die Bosporus-Straße in das Schwarze Meer strömte, was verheerende Folgen für die damaligen Siedlungen hatte. Eine verbreitete Theorie besagt, dass das Schwarze Meer zu dieser Zeit ein Süßwassersee mit deutlich niedrigerem Wasserstand als das Mittelmeer war. Klimaveränderungen und steigender Meeresspiegel führten zum Durchbruch des Mittelmeers durch die Bosporus-Straße und zu einem gewaltigen Wassereinbruch in den See.
Sintflut-Mythen finden sich in zahlreichen Kulturen, beispielsweise im babylonischen Gilgamesch-Epos und dem griechischen Deukalion-Mythos, die den gemeinsamen Aspekt des Kataklysmus betonen. Viele dieser Erzählungen deuten auf ein göttliches Gericht über die sündige Menschheit hin. Verschwörungstheorien um Riesen nach der Sintflut, verschwundene Zivilisationen und Ereignisse wie die „Schwarze-Meer-Sintflut“ gehen von einer verfälschten oder verschwiegenen Menschheitsgeschichte aus. Vertreter dieser Theorien, darunter die Tartarien-Theorie, sehen in den Riesen Teil einer hochentwickelten Zivilisation mit technologischen Errungenschaften, die unsere Geschichte übertreffen. Die Schwarze-Meer-Sintflut wird als Kataklysmus beschrieben, der große Zivilisationen zerstörte und monumentale Bauten unter Schlamm begrub – eine Erklärung für unterirdische Ruinen auf verschiedenen Kontinenten. Erhaltene Strukturen, wie manche Megalithbauten, sollen Überreste dieser Städte oder Anlagen sein.
Anhänger dieser Theorien behaupten außerdem, dass die Riesen über fortschrittliche Technologien verfügten, beispielsweise drahtlose Energieübertragung, die sich angeblich in Pyramiden und Megalithbauten widerspiegelt. Diese Technologien und das damit verbundene Wissen seien von heutigen Eliten absichtlich verborgen worden, um die Menschheit zu kontrollieren und Wissen zu monopolisieren. Wissenschaftliche und archäologische Institutionen würden Beweise für antike Zivilisationen unterdrücken – ein beliebtes Motiv in Verschwörungstheorien. Trotz ihrer faszinierenden Erzählung fehlen diesen Theorien handfeste wissenschaftliche Beweise. Experten weisen sie als mythische Interpretationen zurück und betonen das Fehlen materieller und glaubwürdiger Belege für hochentwickelte Zivilisationen und Riesen.
Tartarien wird als riesiges Imperium beschrieben, das sich über weite Teile Nordasiens (Mandschurei, Sibirien, Zentralasien) erstreckte. Anhänger dieser Theorie glauben an eine hochentwickelte Technologie, die weit über das damalige Niveau hinausging – inklusive drahtloser Energieübertragung (oft Nikola Tesla zugeschrieben) und fortschrittlicher Kommunikation. Die Tartarien-Theorie ist eine Verschwörungstheorie, die von einem hochentwickelten Imperium in der heutigen Mandschurei und Sibirien ausgeht, das im 19. Jahrhundert unterging. Eine „Schlammflut“ soll das Imperium überschwemmt und nur die Gebäude freigelegt haben. Die Theorie verbindet sich mit Vorstellungen von Riesen und verlorener Technologie und behauptet, Historiker verschwiegen die Wahrheit. Trotz der spannenden Erzählung fehlen jedoch handfeste wissenschaftliche Beweise für ein eigenständiges Tartarien-Imperium.
In der Inuit-Mythologie spielen, wie in vielen anderen Kulturen, Riesenlegenden eine wichtige Rolle beim Verständnis von Naturkräften und Wetterphänomenen. Die Legende der Inukpasugjuit, der Eisriesen im hohen Norden, ist eng mit dem rauen arktischen Klima verbunden. Diese mächtigen Wesen waren Hüter von Kälte und Eis, Schöpfer von Schnee und Eis, die die Landschaft prägten und das Überleben der Inuit sicherten. Die Erzählungen warnen vor dem Verlust des Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur. Übermäßige Ausbeutung der Ressourcen und die Störung der Harmonie führten zur Zerstörung der Eisriesen durch Naturkatastrophen. Schmelzendes Eis, Überschwemmungen und andere Katastrophen symbolisieren den Zorn der Natur und die Folgen von Respektlosigkeit. Die Legende dient als Mahnung zum Umweltschutz und zum harmonischen Zusammenleben mit der Natur. Die Katastrophen nach der Zerstörung der Eisriesen sollten nicht nur bestrafen, sondern auch das Gleichgewicht wiederherstellen. In den Inuit-Legenden besitzt die Natur eine immense Macht; ihre Kräfte, verkörpert durch die Riesen, können sowohl beschützen als auch zerstören, je nach dem Umgang der Menschen mit der Umwelt.
In der Pueblo-Mythologie, besonders bei den Hopi, spielen die Kachina eine zentrale Rolle als Naturgeister, Beschützer und Lehrer, die den Menschen helfen, im Einklang mit der Natur zu leben. Oft als Geister oder übernatürliche Wesen dargestellt, werden die Kachina auch als Riesen beschrieben, die das Leben der Stämme stark beeinflussten. Den Hopi-Legenden zufolge waren sie mit den Kräften von Wind, Regen und Vegetation verbunden und lehrten die Menschen, nachhaltig mit den Ressourcen umzugehen. Sie vermittelten zwischen Menschen- und Geisterwelt und übermittelten wichtige Lehren über Überleben und Respekt vor der Erde. Vor der großen reinigenden Flut kam es jedoch zu zahlreichen Katastrophen, die die Ordnung destabilisierten. Die Kachina-Riesen, einst Beschützer, verloren ihre Rolle, da die Menschen die Harmonie mit der Natur nicht mehr respektierten. Dies führte zu einem großen Kataklysmus zur Reinigung und Wiederherstellung des Gleichgewichts. Die Überlebenden erlangten neue Weisheit und lebten fortan besser mit der Natur zusammen. Die Hopi glauben, dass die Kachina-Geister durch Rituale und Zeremonien weiterhin wirken und an die Harmonie mit der Umwelt erinnern.
In der Mythologie der Mapuche (Chile und Argentinien) ist Pewma ein Riese, der den Menschen Leid und Sorgen brachte. Die Legende erzählt, dass Pewma, als die Menschen ihn zu vernachlässigen begannen, eine große Flut sandte, die viele zerstörte. Die Überlebenden lehrte er den Einklang mit der Natur – ein wichtiger Aspekt der Mapuche-Kultur, der Harmonie mit der Umwelt und Respekt vor der Natur betont.
Die Mythologie der Muisca in Kolumbien erzählt von Bacatá, einem Riesen mit Macht über die Flüsse. Als die Menschen die Erde übermäßig auszubeuten begannen, löste Bacatá eine große Flut aus, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Geschichte verdeutlicht die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur und die Konsequenzen von Umweltzerstörung.
Die Mythologie der Mapuche (Chile und Argentinien) erzählt von einer großen Sintflut, die die Welt zerstörte und die Erde reinigen sollte. Diese kosmologische Erzählung beschreibt die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts. Eine Legende berichtet, dass nur ein Menschenpaar die Sintflut überlebte, um die Menschheit neu zu beginnen. Doch zur Wiederherstellung des Gleichgewichts und zum Ende der Katastrophe war ein Opfer notwendig: Das Paar musste sein Kind den Göttern oder Naturgeistern opfern, um die Harmonie wiederherzustellen. Dieser Akt symbolisiert die schwere Entscheidung und das Opfer für die Rückkehr der Welt in ihre ursprüngliche Ordnung. Nach dem Opfer endete die Sintflut, die Natur fand ihr Gleichgewicht zurück, und die Welt konnte sich neu erschaffen. Dieser Mythos, wie viele andere Sintflut-Erzählungen, betont die Harmonie zwischen Mensch und Natur und die Notwendigkeit von Opfern zur Wiederherstellung dieser Harmonie. Die düstere Mapuche-Erzählung unterstreicht die Verantwortung des Menschen für sein Handeln gegenüber der Natur und die oft schwierigen Entscheidungen und Opfer, die zur Wiederherstellung des Gleichgewichts notwendig sind.
