„Ich heiße Cornelis Over de Linden. Im Jahr 1867 fand ich etwas, das mein Leben veränderte – und vielleicht auch das eure. Ein Manuskript, verborgen in den Tiefen meiner Familie, älter als die Zeit selbst. Die Ura-Linda-Chronik. Doch je mehr ich sie las, desto mehr hörte ich… die Schatten flüstern.“
„Sie sagten, es sei eine Fälschung. Ein romantischer Traum eines einfachen Mannes aus Enkhuizen. Aber ich weiß, was ich sah. Und was mich verfolgte.
“KAPITEL 1:
DER ANFANG – DIE CHRONIK ERWACHT
„Es begann in einer stürmischen Nacht. Ich saß in meinem Haus, einem alten friesischen Holzgebäude, und öffnete die Truhe meines Großvaters. Darin lag sie – die Chronik, geschrieben in einer Sprache, die wie ein Echo aus der Vergangenheit klang. Ich las die ersten Worte: ‘Am Anfang war Wr-alda, der Älteste von allem…’“
„Die Seiten erzählten von Atland, einem Land, das 2194 vor Christi Geburt im Meer versank. Von den Friesen, die überlebten, geführt von den Burgtmaagden – Priesterinnen der Freiheit. Doch als ich die Worte laut sprach, fühlte ich… eine Kälte. Etwas beobachtete mich.“
KAPITEL 2:
DER KATAKLIZM – VISIONEN AUS DER TIEFE
„In dieser Nacht träumte ich. Ich sah Atland – eine Stadt aus Stein und Licht, größer als alles, was ich kannte. Doch dann kam das Beben. ‘Im Jahr 2194 erzitterte die Erde, und das Meer erhob sich in Zorn’, stand in der Chronik. Ich hörte es – die Schreie der Verdammten, als Wellen ihre Häuser verschlangen.“
„Ein Schatten erschien in meinem Traum – eine Gestalt ohne Gesicht. Sie flüsterte: ‘Die Wahrheit liegt in der Tiefe.’ Als ich erwachte, lag die Chronik offen auf einer Seite, die ich nicht berührt hatte.“
„Die Chronik sprach von Fremden – den Magi aus Finnland. ‘Sie kamen mit süßen Worten und scharfen Messern’, schrieb sie. Ich hörte sie in meinem Kopf.“
„Dann kam der Brief. François HaverSchmidt, ein Freund und Dichter, schrieb mir: ‘Cornelis, hör auf zu graben. Es gibt Dinge, die nicht erweckt werden sollten.’ Doch es war zu spät. Jemand – oder etwas – klopfte nachts an meine Tür. Als ich öffnete, war da nur Dunkelheit… und ein Messer auf meinem Tisch.“
KAPITEL 4:
DIE ZWEIFEL – WIRKLICHKEIT ODER TÄUSCHUNG?
„Die Welt erfuhr von der Chronik. Jan Gerhardus Ottema glaubte mir – er sah in ihr einen Beweis für unsere friesische Größe. Doch andere, wie J.F. Overwijn, nannten sie eine Fälschung. Ein Werk romantischer Narren. Aber sie hörten nicht, was ich hörte.“
„Frya… Atland…“
„Herman Wirth kam später, ein Gelehrter mit dunklen Augen. Er sprach von einem verlorenen ‘Palestinabuch’, das die Chronik ergänzen sollte. ‘Die Wahrheit ist größer, als du denkst’, sagte er. Doch seine Worte fühlten sich wie eine Warnung an – oder eine Drohung.“
KAPITEL 5:
DER FLUCH – DIE SCHATTEN KOMMEN
„Die Nächte wurden dunkler. Ich hörte Stimmen aus der Chronik – Frya, die mich rief, und die Magi, die lachten. Eines Nachts sah ich sie: Schatten ohne Körper, die über mein Dach krochen. Ich rannte zum Hafen von Enkhuizen, doch das Meer… es sprach.“
„Ich warf die Chronik ins Wasser, doch sie trieb zurück zu mir – trocken, unversehrt. Auf der letzten Seite stand etwas Neues: ‘Die Wahrheit fordert ein Opfer.’“
„Die Chronik verschwand eines Tages. Manche sagen, ich habe sie gefälscht – mit HaverSchmidt oder allein. Andere, wie Wirth, suchten sie bis zu ihrem Tod. Himmler und seine Ahnenerbe glaubten, sie sei ein Schlüssel zu etwas Größerem. Doch ich weiß: Sie war real. Und sie lebt noch irgendwo da draußen.“
„Wr-alda…“
„Was glaubt ihr?
War es ein Traum eines einfachen Zimmermanns… oder ein Fluch, der auf uns wartet?
Sagt es mir in den Kommentaren. Doch seid vorsichtig – manche Wahrheiten sollten im Dunkeln bleiben.“
