Die Schatten des Siebenten Buches Moses
Es war eine kalte Nacht im späten 17. Jahrhundert, irgendwo in Süddeutschland. Ein Mann, dessen Name in Vergessenheit geriet, hielt ein Buch in zitternden Händen. ‚Das Siebente Buch Moses‘, flüsterte er.
Es war kein heiliges Werk – es war ein Grimoire, ein Schlüssel zu verbotener Macht. Siegel, die Engel rufen, Geister bannen, Reichtümer enthüllen sollten.
Doch dieses Buch brachte nicht nur Macht… sondern auch Schatten. Und diese Schatten verfolgen uns bis heute.“
Man sagt, das ‚Sechste und Siebente Buch Moses‘ entstanden in einem geheimen Zirkel – Alchemisten, Okkultisten, vielleicht sogar Spione im Dienst eines Fürsten. Ihre Siegel sollten nicht nur Schutz oder Wohlstand bringen, sondern auch Feinde vernichten. Die Kirche verbannte die Bücher, nannte sie ketzerisch. Doch sie verschwanden nicht. Sie wurden heimlich kopiert, von Hand zu Hand weitergegeben – von Deutschland über Europa bis nach Nordamerika, wo sie in der Hoodoo-Magie neue Anhänger fanden.
Aber es gab Gerüchte: Wer die wahre Macht der Siegel kannte, wurde gejagt.
Von wem? Das wusste niemand.“
„Gestern Nacht geschah etwas Seltsames. Ich war in einem Antiquariat in Leipzig, als ich es fand – eine zerfledderte Ausgabe des ‚Siebenten Buches Moses‘. Doch zwischen den Seiten steckte ein Brief, alt und vergilbt. Darauf stand: ‚Finde das dritte Siegel, bevor sie es tun.‘ Wer sind ‚sie‘? Ich weiß es nicht. Aber als ich das Geschäft verließ, sah ich einen Mann in einem schwarzen Mantel. Er beobachtete mich. Seitdem habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin.“
„Im Buch fand ich eine Notiz – eine handschriftliche Anmerkung über ein ‚drittes Siegel‘, das angeblich im ‚Siebenten Buch‘ versteckt ist. Es soll eine Macht haben, die selbst die Autoren fürchteten: die Kontrolle über Zeit und Schicksal.
Ich habe es gezeichnet – und die Formel gesprochen: ‚El Shaddai, öffne die Pforten der Ewigkeit!‘.
Dann hörte ich es: ein Klopfen an meiner Tür.
Ich habe die Kerzen ausgeblasen, aber es war zu spät. Jemand weiß, dass ich es habe.“
Ich bin geflohen, das Buch unter meinem Mantel versteckt. Auf der Straße sah ich ihn wieder – den Mann in Schwarz. Er hatte ein Symbol auf seinem Ring, es sah aus wie eines der Siegel aus dem Buch.
Wer sind diese Leute?
Nachfahren der alten Zirkel?
Oder eine moderne Sekte, die die Geheimnisse für sich will?
Im ‚Siebenten Buch‘ steht, dass die Siegel auch Schutz bieten. Ich habe das Schutzsiegel gezeichnet – und es in meine Tasche gesteckt. Aber ich höre sie kommen.
Ich habe mich in einer alten Kirche versteckt. Hier fand ich eine Antwort.
Eine Inschrift im Buch – sie sagt, dass das ‚dritte Siegel‘ nie vollständig enthüllt wurde. Vielleicht war es ein Köder, eine Falle für die Gierigen. Die wahre Macht lag in den einfachen Siegeln: Schutz, Hoffnung, Glaube.
In Deutschland vor Jahrhunderten, in Amerika im Hoodoo – diese Bücher gaben den Menschen etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Aber ich frage mich: Was, wenn die Verfolger nicht hinter dem Buch her sind… sondern hinter mir?“
Das Sechste und Siebente Buch Moses‘ sind mehr als Grimoires. Sie sind ein Rätsel, ein Schatten der Geschichte. Wer sie schrieb, bleibt verborgen. Doch ihre Macht – ob echt oder eingebildet – lebt weiter. Ich habe überlebt… vorerst.
Aber die Frage bleibt:
Würden Sie es wagen, die Siegel zu zeichnen, wenn Sie wüssten, dass jemand zuschaut?
Sagen Sie es mir unten in den Kommentaren.
