🟣Sny, Jawa i Mity w Renesansowym Zwierciadle i Wizjach Junga

„Stell dir vor, du schließt die Augen. Die Welt um dich herum verblasst, und plötzlich stehst du auf einer Brücke aus Sternenlicht, die sich in die Unendlichkeit erstreckt. Unter dir fließt ein Fluss aus Träumen, über dir tanzen Mythen, die älter sind als die Zeit. Ist das nur ein Traum? Oder ist es ein Tor zu einer anderen Welt?

Willkommen zu einer Reise durch die Jahrhunderte, inspiriert von einem Text, der uns auffordert, die Grenzen zwischen Wachsein, Traum und Mythos zu überschreiten. Heute tauchen wir ein in die Welt der Renaissance und die Visionen von Carl Gustav Jung, um zu entdecken, wie die Menschheit seit Jahrhunderten versucht, verschiedene Welten zu verbinden. Lass uns beginnen – in Florenz, im Herzen der Renaissance.“

Renaissance – Träume als göttliche Sprache

„Florenz, 1482. In einer von Kerzen erleuchteten Bibliothek sitzt Marsilio Ficino, ein Mann, dessen Geist die Grenzen der Welt überschreitet. Seine Feder kratzt über Pergament, während er in seinem Werk Theologia Platonica schreibt: ‘Im Traum erhebt sich die Seele über den Körper und sieht das Ewige.’ Ficino, der Philosoph der platonischen Akademie, glaubt, dass Träume ein Spiegel der Seele sind – ein Tor zu einer göttlichen Wahrheit.

In den Archiven der Biblioteca Laurenziana liegt ein Manuskript, in dem Ficino einen Traum beschreibt: ein goldenes Baum, dessen Äste die Sterne berühren. Für ihn ist es ein Symbol der Weisheit, ein alchemistisches Zeichen, dass der Geist die materielle Welt überwinden kann. Ficino experimentiert sogar mit Trauminkubation – er schläft auf einem Bett, umgeben von Weihrauch und planetarischen Symbolen, in der Hoffnung, göttliche Visionen zu empfangen. Seine Notizen, im Codex Magliabechianus erhalten, erzählen von einer Welt, in der Traum, Mythos und Realität eins werden.

Doch Ficino ist nicht allein. In den Straßen von Florenz trifft er Dichter wie Angelo Poliziano, der in einem Brief von 1490 einen Traum schildert, in dem ihm Homer unbekannte Verse der Odyssee vorträgt. Dieser Brief, in den florentinischen Archiven entdeckt, zeigt, wie die Renaissance Träume als Brücke zu antiken Mythen sah – zu einer Welt, in der Götter und Helden noch lebendig waren.

Aber die Träume der Renaissance haben auch eine dunkle Seite. Im Jahr 1486 erscheint das Malleus Maleficarum, ein Handbuch für Hexenjäger. Frauen, die von nächtlichen Flügen in ihren Träumen erzählen, wie in den Prozessen im Tirol von 1490 dokumentiert, werden als Hexen verurteilt. Träume sind hier nicht nur göttlich, sondern auch gefährlich – ein Beweis dafür, wie schmal die Grenze zwischen Inspiration und Verdammnis ist.

Und dann ist da noch Albrecht Dürer, der deutsche Meister, der 1498 in Nürnberg seine Radierung Der Traum des Doktors schafft. Auf dem Blatt, das heute im Metropolitan Museum of Art zu sehen ist, schläft ein Mann, während Venus und seltsame Kreaturen über ihm schweben. Dürer, inspiriert von mittelalterlichen Traumbüchern und platonischen Ideen, zeigt uns einen Traum als Tanz von Mythos und Verlangen. Es ist, als ob er uns fragt: Was sehen wir, wenn wir die Augen schließen? Eine andere Welt?“

Carl Gustav Jung – Die Brücke zur kollektiven Seele

„Springen wir vorwärts ins 20. Jahrhundert, nach Zürich, wo ein Mann namens Carl Gustav Jung die Träume neu erfindet. Jung glaubt, dass Träume nicht nur persönliche Geschichten sind, sondern ein Tor zur kollektiven Unbewussten – einer tiefen Schicht der menschlichen Psyche, in der universelle Symbole, die sogenannten Archetypen, leben.

In seinem Werk Die Rote Buch, das zwischen 1915 und 1930 entstand und erst 2009 veröffentlicht wurde, zeichnet Jung seine eigenen Träume und Visionen auf. Er beschreibt Begegnungen mit mythischen Figuren wie Philemon, einem alten Weisen, oder Salome, einer verführerischen Gestalt aus der Bibel. Diese handgemalten Seiten, gefüllt mit Drachen, Mandalas und kosmischen Landschaften, sind wie ein Renaissance-Manuskript, nur aus einer anderen Zeit.

In den Archiven der ETH-Bibliothek in Zürich liegt eine Notiz von Jung aus dem Jahr 1913. Er träumt von einer Flut, die Europa überschwemmt, während ein riesiger Drache über dem Wasser schwebt. Für Jung ist dies nicht nur ein Traum, sondern eine Vorahnung des Ersten Weltkriegs – und ein archetypisches Symbol des Chaos, das in Mythen von Mesopotamien bis Skandinavien auftaucht.

Jung ist fasziniert von der Renaissance. Er studiert Ficinos Schriften und die Alchemisten wie Paracelsus, der im 16. Jahrhundert schrieb, dass Träume astrale Reisen seien, in denen die Seele mit dem Kosmos spricht. In seinem Buch Psychologie und Alchemie von 1944 zeigt Jung, dass die Alchemisten in ihren Träumen nach denselben universellen Wahrheiten suchten, die er Archetypen nennt.

Einer seiner Patienten träumt 1920 von einer Frau, die auf einer Brücke zwischen Sternen tanzt. Der Traum, in Jungs Archiv in Küsnacht erhalten, wird zu einem Gemälde, das die Verbindung zwischen Bewusstsein und Unbewusstem symbolisiert. Jung selbst zeichnet Mandalas nach intensiven Träumen, wie er in Erinnerungen, Träume, Gedanken schreibt. Diese Kreise, die an die Rosetten der Florentiner Kathedrale erinnern, helfen ihm, die verschiedenen Welten seiner Psyche zu vereinen.

Und dann gibt es die Geschichte des Skarabäus. 1909 erzählt eine Patientin Jung von einem Traum über einen goldenen Käfer. Plötzlich fliegt ein echter Käfer, ein Skarabäus, ans Fenster. Für Jung ist dies Synchronizität – ein bedeutungsvoller Zufall, der die äußere und innere Welt verbindet. Es ist, als ob die Grenze zwischen Traum und Wachsein für einen Moment verschwindet.“

Ein Aufruf zum Träumen

„Was verbindet die Bibliotheken von Florenz mit den Archiven von Zürich? Es ist die Idee, dass Träume mehr sind als flüchtige Bilder. Für Ficino waren sie ein göttliches Geschenk, für Dürer eine Quelle der Kunst, für Jung eine Karte der Seele.

In der Renaissance wagten Künstler und Philosophen, die Sterne zu berühren. Jung wagte es, in die Tiefen der menschlichen Psyche zu tauchen. Und wir? Vielleicht ist es an der Zeit, selbst zu träumen. Stell dir vor, du stehst wieder auf dieser Brücke aus Sternenlicht. Wohin führt sie dich?

Schließe die Augen. Lass die Welten sich verbinden. Denn in jedem Traum, in jeder Geschichte, in jedem Mythos liegt ein Funke Magie, der uns zeigt, wer wir wirklich sind.“

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